Flagge zeigen und Missverständnisse

So langsam nähert sich der Bau des Inselversorgers dem Ende und ich habe mich der Beflaggung gewidmet.
Krick legte dem Bausatz eine kleine Deutschland-Flagge und eine Reichsflagge bei. Historisch gesehen fällt der Inselversorger in die Zeit um 1900 und somit wäre eine Reichsflagge als historisch korrekt anzusehen.

Bild der im Beschlagsatz enthaltenen Flagge

Als die Flagge jetzt so auf meinem Werktisch lag und eines meiner Kinder sie sah, kam es zu Irritationen.
Wir hatten in der Familie eine Diskussion, ob das nicht etwas zu weit gehen würde. Historische Korrektheit vs. aktuelle politische Situation.
Darauf hin schrieb ich die Firma Krick an und bat um Stellungnahme.

Hier die Antwort von Herrn Krick:


Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Nachfrage. Wir können Ihren Schreck, dass es sich hier um ein nationalistisches Symbol handeln könnte gut verstehen. Es ist nicht ganz so, aber da die gesellschaftliche Situation sich hier in den letzten Jahren doch deutlich verändert hat, ist die Rechtslage nicht mehr ganz so klar, und damit ist es vollkommen richtig, dass wir hier die Situation überdenken sollten, absolut angebracht.

Bei  der dem Modell Borkum beigefügten Flagge handelt es sich tatsächlich um die historische Reichsflagge. Das Modell der Borkum soll eine Barkasse aus der Zeit um ca.1900 bis 1910 zeigen.

Das Zeigen der deutschen Reichsflagge auf einem Schiffsmodell, das historisch korrekt eine Zeit vor 1918 darstellt, ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt, da es sich hierbei um eine historische Darstellung handelt und nicht um eine Verwendung als verfassungsfeindliches Symbol.

Wichtig dabei ist:     Die Flagge ist die historische Reichsflagge des Kaiserreichs (1871–1918), also die schwarz-weiß-rote Flagge ohne Hakenkreuz oder andere nationalsozialistische Symbole.
    Die Verwendung erfolgt im historischen Kontext, beispielsweise bei Museumsobjekten, Ausstellungen, Modellbau oder Filmen.
    Es darf keine Absicht dahinter stehen, die Flagge als politisches Symbol zu missbrauchen oder nationalsozialistische Ideologien zu propagieren.


Das deutsche Recht sieht bei historischen Darstellungen, die nicht mit verfassungswidrigen Symbolen (wie dem Hakenkreuz) verbunden sind, grundsätzlich keine Verbote vor. 

Die Reichsflagge des Kaiserreichs ist nicht per se verboten, sondern wird nur in bestimmten rechtsextremen Kontexten problematisch.

Einerseits liegt es uns am Herzen, historisch korrekte Beflaggungen an den Modellen unserer Bausätze zu zeigen. Es ist uns aber auch ein Anliegen, dass weder wir, noch unsere MOdellbau-Kunden mit rechtsextremen oder nationalsozialistischen Gruppierungen oder der Pegida- oder Reichsbürger-Szene in Zusammenhang gebracht bzw. in diese Ecke geschoben werden könnten. Es liegt uns absolut fern, diese Gruppierungen zu unterstützen. Daher werden wir diese Flaggen aus unseren Baukästen entfernen.

Wenn Sie einverstanden sind, senden wir Ihnen eine aktuelle Deutschland-Flagge für Ihr Modell Borkum zu. 

Ich hoffe, diese Ausführungen tragen für Sie zur Klärung bei. Wir danken Ihnen sehr für Ihren Hinweis diesbezüglich.

Mit freundlichem Gruß

Matthias Krick


Anmerkung: Dieser Text durfte, mit freundlicher Genehmigung der Firma Krick, hier veröffentlicht werden.

Nachdem dies also geklärt war entschied ich mich trotzdem, auf meinem Modell, nicht die Reichsflagge zu hissen.

Da die Ostfriesland-Flagge wunderschön anzusehen ist und auch keinen Spielraum für Fehlinterpretierung, im Bezug auf die politischen Gesinnung, bietet entschloss ich mich diese Flagge zu verwenden.
OK, ok… bestimmt kommen jetzt die „Tierschützer“ um die Ecke, weil der schwarze Bär im gelben Feld wohl ein massives Halsband trägt und die Zunge raus streckt. Aber mal ganz ehrlich! Irgendwann ist´s auch mal gut!
Wer noch weitere Punkte für Fehlinterpretation in dieser Flagge findet, darf sie gerne behalten, oder sich nach belieben darüber aufregen. 😉
Ich finde diese Flagge einfach schön und zum Modell passend!

Die Ostfriesland-Flagge ist leider nicht als fertige Flagge im Maßstab 1:12 erhältlich, weshalb ich sie also selber herstellen musste.
Mit dem Tintenstrahldrucker wurde die Flagge auf hochwertiges Papier gedruckt und mit dem Teppichmesser ausgeschnitten.
Die Schnittkanten wurden mit edding-Stiften entsprechend eingefärbt.
Danach wurde das Papier leicht gewellt und mit mattem Klarlack, von beiden Seiten, lackiert um die Flagge wasserfest zu machen.
Da ich kein dünnes Röhrchen für die Fadenführung zu Hand hatte, habe ich etwas braune Kunststoff-Isolierung von einem 1,5mm Kupferkabel verwendet.
Diese Fadendurchführung wurde mit Sekundenkleber angeklebt.


Denke das Ergebnis kann sich sehen lassen und schaut viel besser aus als die historisch korrekte Flagge!

Ob ein Friesengeist in der Kiste reist?

Da der Inselversorger ein offenes Boot ohne Kajüte ist, muss man sich etwas einfallen lassen um die RC-Technik zu verstecken. Krick hat als „Versteck“ für die Servos eine große Kiste vorgesehen. Nur wie baut man solche eine Kiste, so dass sie sich harmonisch in das Gesamtbild einfügt und es einigermaßen realistisch aussieht?
So eine Kiste darf nicht zu neu aussehen, da sie ja auf Reisen nicht gerade pfleglich behandelt wird. Sie sollte nicht mit dem gleiche Lack wie das Boot gestrichen werden, da sie ja ein Ladegut und nicht eine Inneneinrichtung des Bootes darstellt.
Ich habe bei meiner Kiste versucht, diese mit der Flamme eines Feuerzeuges zu altern. Da in der Kiste ja „Friesengeist“ transportiert wird und dieser ja bekanntlich brennend serviert wird, gibt es der Kiste den richtigen Charakter und ich hoffe, dass ich den Geist der Friesen damit milde gestimmt habe! 😉

Die Schriftzüge habe ich mit dem Tintenstrahldrucker ausgedruckt und auch mit dem Klarlack lackiert, so ist die Beschriftung wasserfest.

In der Kiste haben zwei Servos platz. Der eine ist für die Geschwindigkeits-Steuerung der Dampfmaschine zuständig. Der Andere bedient die Dampfpfeife.
Das Ansteuer-Gestänge habe ich in matt schwarz, mit Revell Email-Farbe gestrichen. So fällt es weniger auf.

Lackiert wurde die Kiste mit Seidenmatt-Klarlack aus der Spraydose.



Reling Achtern – Aus Drei mach Eine

Nachdem die Scheuerleisten getrocknet waren, wurde die hintere Reling angebracht. Auch hier mussten die Leisten, vor dem Verkleben, in Form gebracht werden. Der obere Abschluss der Reling wurde aus drei kleinen Vierkantleisten gefertigt. Als der Kleber getrocknet war wurden diese drei Leisten so geschliffen, dass es wie eine breite Leiste ausschaut.

Die Reling-Füße wurden einzeln angefertigt und vor dem Einbau lackiert.
Damit es beim Verkleben kein hin und her Geschiebe gab, hatte ich die Position dieser Stützen vorher mit Linierband markiert.

Geklebt wurden die Reling-Teile mit Uhu-Allplast.

Bescheuert aber sehr nützlich

Eine „Scheuerleiste“ ist eine robuste und langlebige Leiste, die entlang des Rumpfes eines Bootes verläuft. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den Rumpf vor Beschädigungen und Abnutzungen zu schützen, die durch den Kontakt mit anderen Booten, Stegen oder Anlegestellen entstehen können.
Quelle und mehr Infos: https://boats2sail.com/lexikon/scheuerleiste


Nach dem der Lack gut durchgehärtet war, habe ich die umlaufenden Scheuerleisten angegangen. Diese zu befestigen ist nicht so einfach, da das Mahagoni-Holz, besonders Achtern, ziemlich stark gebogen werden muss.
Deshalb habe ich die Leisten, vor dem Festkleben, an die Rumpfform angepasst.

Beim Biegen der Leisten bin ich wie folgt vorgegangen:
– Einen Lötkolben habe ich in einen Schraubstock eingespannt.
– Die Holzleisten 5 Minuten in einer Flasche mit Leitungswasser gewässert.
– Nasse Holzleiste über den heißen Lötkolben geführt.
– Unter leichtem Druck aufs Holz die Leiste am Lötkolben in Form gebogen.
– Wieder 5 Minuten gewässert, über heißem Lötkolben gebogen usw.
– Immer wieder am Rumpf geprüft bis die Leiste passte.

Als die Leisten getrocknet waren, habe ich diese auf der Außenseite mit Clou Holzsiegel lackiert und trocknen lassen.
Danach wurden die Scheuerleisten mit UHU Allplast angeklebt und während der Trockenphase mit Malerkrepp fixiert.

Solide Basis aus Kupfer & Upcycling

Im Maschinenraum hatte ich beim Beplanken schon einen Ausschnitt für die Messingplatte, auf welcher die Wilesco D49 mit ihren Zusatzkomponenten montiert ist, frei gelassen.
Zuerst wollte ich die Regner Midi auch auf einer Messingplatte montieren, aber da die Rohre der Maschine aus Kupfer sind dachte ich mir, eine schöne Kupferplatte sieht bestimmt auch sehr schön aus und bringt die Kupferrohre mehr zu Geltung.
Also habe ich für knapp 30Euro eine 2mm dicke Kupferplatte bei Metallstore24 bestellt.
Am Neujahrsmorgen sammle ich ja immer Raketen-Stöcke, wenn ich meinen Neujahrs-Spaziergang mache. Diese Vierkantstöcke verwende ich als Upcycling-Material und habe daraus einen Rahmen gebaut, der zwischen die Grundplatte der Regner Midi und die Kupferplatte montiert wurde.
So ergibt sich die perfekte Höhe und die Kardanwelle verläuft sehr schön.

Das Deck des Maschinenraums ist auch komplett herausnehmbar und wird nur mit vier Schrauben an den Spanten befestigt.
Am vorderen Spant kam ich leider mit keinem Bohrer an die Halterung um die Löcher für die Schrauben vor zu bohren.
Dafür habe ich einen 1mm Stahldraht verwendet, welchen ich in das Bohrfutter des Akku-Schraubers eingespannt hatte.
Die Löcher im Deck habe ich etwas größer gebohrt und mit Messingbuchsen versehen.

Rumpf in Friesenfarben – Teil 3 blau

Weiter geht es mit Friesenblau und wieder einmal ist das Abkleben die meiste Arbeit an der Lackierung. 😉
Damit der Kunststoff-Haftvermittler nicht erneut die Zeitung durchweichen kann, habe ich sicherheitshalber noch eine Kunststoff-Folie darüber geklebt.
Zuerst wurde die hintere Reling von der Innenseite lackiert und nach dem durchtrocknen wurde die Außenseite des Rumpfes lackiert.

Leider habe ich es Achtern etwas zu gut mit dem Lack gemeint und mir einen Farbläufer eingehandelt. Das muss ich später noch nacharbeiten…

Rumpf in Friesenfarben – Teil 2 schwarz

Nachdem der Rote Lack getrocknet ist, kommt der vordere schwarze Keil welcher in eine schmale, umlaufende Linie übergeht an die Reihe.
Auf den Rand des roten Unterwasserschiffs klebte ich wieder mit 2mm Linierband ab. Als nächstes wurde ab der Mitte bis Achtern mit 1,5mm Linierband ein dünner Streifen aufgeklebt, welcher nach dem abkleben des schwarzen Keils wieder entfernt wurde. So ergibt sich später eine gleichmäßig breite schwarze Linie.


Die gleiche Lackierprozedur wie bei rot. Erst mit Kunststoff-Haftvermittler sprühen. Danach wurde zwei mal schwarz aufgetragen und immer 15 Minuten zwischen den einzelnen Sprühgängen ablüften gelassen.

Nach dem Trocknen wurden zwei unschöne „Überraschungen“ sichtbar, tja auch beim Dampfspezi läuft nicht immer alles perfekt! 😉

Zum einen hatte der Kunststoff-Haftvermittler das Zeitungspapier durchweicht und Teile des Zeitungsdrucks auf den roten Lack „übertragen“.
Mit 1000er und 2000er Schleifpapier entfernte ich dies so gut es ging und mit roter Autopolitur, polierte ich die Stellen mehrfach. Es ist nicht perfekt, aber wenn man nicht weiß wo man schauen muss, sieht man es wohl kaum.

Das zweit „Malheur“ war, dass sich etwas roter Lack beim Abziehen des Linierbandes löste. Das konnte ich mit einem dünnen Pinsel wieder mit Farbe auslegen und man sieht es kaum noch.


Nachdem alles ausgebessert wurde, ist das Ergebnis doch recht schön anzuschauen.


Weiter geht es in ein paar Tagen mit Friesenblau…

Rumpf in Friesenfarben – Teil 1 rot

Nachdem die Holz-Arbeiten zum Großteil fertig sind, ist die Lackierung des Rumpfes dran. In Anlehnung an die Farben der Friesischen Flagge, habe ich mich für die Farben rot, schwarz und Friesenblau entschieden.

Den ABS-Rumpf habe ich zuerst mit 400er Nass-Schleifpapier geschliffen und danach mit Silikonentferner gereinigt.
Als nächstes wurde aus Holzklötzern, Malerkrepp und einem Filzstift eine Vorrichtung für das Einzeichnen der Wasserlinie zusammen gefrickelt.
Der Rumpf wurde im Bootständer waagerecht ausgerichtet und mit ein paar Milchtüten (die hatte ich gerade zur Hand) beschwert, damit der Rumpf sich während dem Markieren nicht verschiebt.

Jetzt wurde mit 2mm Linierband an der Wasserlinie entlang abgeklebt.
Mit breiterem Linierband, Malerkrepp und Zeitungspapier wurde nun der obere Teil des Rumpfes abgeklebt, so dass nur noch das Unterwasserschiff als „Playground“ frei lag.
Die freie Rumpffläche wurde nochmal mit Silikonentferner gesäubert. Danach wurde mit 1K Kunststoff-Haftvermittler von SprayMax grundiert. Nach 10 Minuten Ablüften wurde mit rotem 1K Acryl Autolack von MOTIP lackiert. Drei Schichten wurden aufgetragen und zwischen Lackiergängen 15 Minuten ablüften gelassen.
Ein paar Tage muss der rote Lack jetzt durchtrocknen und dann geht es weiter mit schwarz.

Popo-Abdruck im Kissen

Damit bei Wellengang keiner über Bord geht, wurden die Figuren einzeln auf den Sitzbänken angeschraubt. Da die Sitzkissen einen Schaumstoffkern haben, sitzen die Passagiere wie echt mit Popo-Abdruck auf dem Kissen.
Die Figuren wurden aus Resin gefertigt und dort kann man sehr gut ein Loch hinein bohren und ein Gewinde hinein schneiden. Resin ist zwar, wenn es durchgetrocknet ist, nicht giftig aber beim Bohren habe ich sicherheitshalber einen Mundschutz getragen.
Beim Festschrauben kann man mit etwas Gefühl bestimmen, wie weit die Figur in das Sitzkissen einsinken soll. Realistischer geht es wohl kaum.