Aus krumm mach gerade…

Holz hat ja bekanntermaßen ein „Eigenleben“. Das Holz in meinem Glasgow-Bausatz ist bestimmt schon gute 30 Jahre alt. Leider hat sich in dieser langen Zeit, das eine oder andere Teil etwas verzogen. Dies stellte ich auch fest als ich die Radhäuser-Decks zusammen leimen wollte.
Da es nicht schön aussieht wenn die Decks krumm sind bin ich wie folgt vorgegangen um sie zu begradigen.
Zuerst habe ich gemäß Plan alle Leisten zurecht geschnitten und dann mit wasserfestem Holzleim verklebt. Die Stabilität, beim arbeiten mit Holzleim, kommt über das Pressen. Die Presszeit von min. 15 Minuten sollte man eigentlich beachten. Allerdings habe ich die Teile erstmal nur ca. 8 Minuten zusammen gepresst. Denn es ist wichtig, dass der Holzleim noch nicht völlig ausgehärtet ist, damit sich die Leisten und die Holz-Decks noch leicht gegeneinander verschieben können. Dann habe ich den überschüssigen Leim mit einem Tuch entfernt und mir danach aus Wasserflaschen, einem alten Regalbrett und drei Pressklammern eine Presse gebaut.
So eingespannt war das Deck absolut gerade beim aushärten des Leims und hat diese Form, nach ca. 60 Minuten weiterer Presszeit, auch dauerhaft beibehalten.
Man braucht nicht immer teure Spezialwerkzeuge, man muss sich nur zu Helfen wissen 🙂


Die Schaufelräder

Die lange Sommerpause ist vorbei und das Wetter wird nun endlich schlechter. Da zieht es mich wieder in die Männer-Höhle und zu meiner Modellbau-Werft.
Bisher sah die Glasgow noch nicht aus wie ein Schaufelrad-Dampfer aber das wird sich nun ändern.
Der Schaufelrad-Bausatz ist etwas das die Feinmotorik schult.
Laut Plan werden die Räder nur mit kleinen Kunststoff-Bolzen zusammen gesteckt. Das war mir aber für den Betrieb auf See etwas zu unsicher, daher habe ich die Rückseite der Bolzen mit einem Tropfen Kunststoffkleber gesichert. Außerdem habe ich die großen Radringe auf der Trägerplatte ebenfalls festgeklebt.
„Sinnvoller Weise“ hatte Graupner auf der Vorderseite der Schaufelräder Ihren Firmennamen, die Bestellnummer und die Buchstaben L B eingegossen. Da das nicht schön anzusehen ist, habe ich diese Buchstaben und Zahlen mit einer Schlüsselfeile weggeschliffen, danach mit 1000er Nassschleifpapier den Kunststoff geglättet.
Zum Schluss mit etwas Kunststoffpflege (Autozubehör) die Oberfläche wieder zum glänzen gebracht.

Die Radhäuser werden abgeändert

Original hat die Graupner Glasgow zwei runde Radhäuser. Mir gefallen allerdings die Radhäuser von der Strongbow besser.
Zum Einen ist der hintere Teil nicht rund sondern fällt schräg nach hinten ab. Zum Anderen finde ich die Ausschnitte in den Radhäusern, welche den Blick auf das Schaufelrad ermöglichen, viel schöner.
Der Umbau wurde aus Reststückern gefertigt.
Nachdem alles verklebt war, wurde es gespachtelt und geschliffen.
Die Schablone für die Ausschnitte habe ich zuerst aus Papier erstellt, dann in den Computer eingescannt und danach auf die Proportionen des Strongbow Radhauses angepasst. Im nächsten Schritt wieder ausgedruckt und mit dem Cutter-Messer die Ausschnitte herausgeschnitten. Danach mit einem Fineliner auf das Radhaus übertragen. Als nächstes wurden oben 7mm Löcher und unten 3mm Löcher gebohrt. Mit einer kleinen Hand-Stichsäge wurde der Übergang zwischen den Bohrlöchern ausgesägt. Jetzt wird alles mit verschiedenen Schlüsselfeilen so lange bearbeitet bis es richtig schön aussieht 🙂

Nietköpfe imitieren

Es ist schon super welche Ideen die anderen Modellbauer, rund um den Globus, so haben.
Bei meinen Recherchen im Internet bin ich auf den englischen Blog „Model Boats“ gestoßen. Dort stellt Bob Abell den Bau seiner Glasgow von Graupner vor.
Mit einfachen Mitteln hat er Nietköpfe imitiert, indem er mit dem Körner kleine Dellen in spezielles Papier gedrückt hat. Das so bearbeitete Papier hat er dann auf Rumpf und Wände geklebt, danach noch wasserfest lackiert. Es wirkt wie echt!
Welches Papier man dafür am besten verwenden kann, werde ich mal im Künstlerbedarf nachfragen.
Das Ergebnis ist auf jeden Fall „Der Hammer“. Ist zwar sehr viel Arbeit, aber ich denke das werde ich bei meinem Dampf-Seitenrad-Schlepper auch so machen. 🙂

@Bob: Great idea & very well done!

Quelle: https://www.modelboats.co.uk/sites/2/images/member_albums/2459/375373.jpg
Quelle: https://www.modelboats.co.uk/sites/2/images/member_albums/2459/381162.jpg
Quelle: https://www.modelboats.co.uk/sites/2/images/member_albums/2459/373933.jpg

Messing Rohre biegen

Für den Schornstein mussten 3mm und 5mm Rohre gebogen werden. Aber Rohre zu biegen ist ein Kunst für sich. Man braucht unbedingt das richtige Werkzeug. Zuerst habe ich es mit der schwarzen Noname-Biege Zange mit den Chromgriffen probiert, leider wurde das Rohr damit nur geknickt. Danach habe ich mir den Rohrbieger von der Firma Vigor bestellt und damit ging es viel besser. Bei dem 3mm Rohr muss man sehr vorsichtig sein und einen 90° Winkel bekommt man kaum hin. Bis ca. 45° ist es gut machbar. Das 5mm Rohr hingegen lässt sich super biegen. 90° Winkel und mehr sind kein Problem. Aber immer langsam und mit viel Gefühl drücken beim Biegen.

Auf dem Bild kann man sehr schön das gebogene 5mm Messing-Rohr sehen
Diese Zange ist wohl mehr etwas für dickere Kupfer-Rohre. Für dünne Messing-Rohre ist sie nicht geeignet

Mit dieser Zange von der Firma Vigor (V1782) kann man die dünnen Messing-Rohre prima biegen

Aufnahmen mit Wärmebild-Kamera

Da die Wärmeentwicklung nicht zu unterschätzen ist, hatte ich mir von einem Kumpel die Wärmebild-Kamera geliehen und mir die Wilesco D48 Dampfmaschine mal mit „anderen Augen“ angeschaut, damit es meinem Modell hoffentlich nicht so ergeht, wie es in diesem YouTube Video zu sehen ist.
Wenn man diese Dampfmaschine in ein Modellschiff mit geschlossenem Aufbau einbaut, sollte man unbedingt dafür sorgen, dass die heiße Luft entweichen kann und Frischluft zugeführt wird!

Quelle YouTube – Glasgow bei der Jungfernfahrt abgebrannt: https://youtu.be/KaG-3NUtdKo

Das Fadenkreuz im Wärmebild zeigt an, an welcher Stelle die Temperatur gemessen wurde.

Beachtlich welche Temperaturen so erreicht werden…

Wat is’n Dampfmaschin?

„… Aha, heute krieje mer de Dampfmaschin. Also, wat is en Dampfmaschin? Da stelle mer uns janz dumm. Und da sage mer so: En Dampfmaschin, dat is ene jroße schwarze Raum, der hat hinten un vorn e Loch. Dat eine Loch, dat is de Feuerung. Und dat andere Loch, dat krieje mer später. …“

Physikunterricht in „Die Feuerzangenbowle“