Feuer & Wasser

Eigentlich geht es ja in meinem Blog um Dampf. Aber da der Dampf ja mittels Feuer unter dem Kessel erzeugt wird, war mein nächstes Modellboot-Projekt naheliegend.

In meiner Kindheit brachte die Firma Robbe, in den 80er Jahren, das Feuerlöschboot „Düsseldorf“ auf den Markt. Das war damals das „Hammer-Modell“ schlechthin, da man es so richtig mit Sonderfunktionen voll stopfen konnte. Außerdem hat es ein sehr schönes Fahrbild und war mit den 4 Rudern, nicht nur sehr cool, sondern auch sehr wendig.
Ich hatte vor kurzem das Glück, dass ich einen originalen Bausatz mit dem roten Rumpf und alle anderen, notwendigen Teile in der Bucht ergattern konnte. Sogar originale Elektronikbausteine für Licht und Ton aus den 80er Jahren waren noch zu bekommen. Der Sound ist einfach klasse und nicht so perfekt wie heutzutage.
Seinerzeit gab es von Graupner ein Nautic-Modul, mit dem man diverse Fernsteuerungen erweitern konnte. So konnte man die verschiedenen Sonderfunktionen der Schiffe einzeln schalten. Diese Encoder/ Decoder sind zwar heute noch zu bekommen, aber sehr rar und daher meist sehr teuer.
Bei meiner Suche bin ich auf die Firma CP-Elektronik gestoßen. Diese bietet einen 16Kanal Multiswitch Encoder und Decoder, als Bausatz oder fertig montiert, an. Und das Ganze unter 100Euro! Diese Multiswitch-Lösung funktioniert perfekt und ist von sehr hoher Qualität!
Link zum Decoder:
Multiswitch Decoder | Nautic Modul | 16 Kanäle (cp-elektronik.de)
Link zum Encoder:
Multiswitch Encoder: Nautic Modul für Graupner Sender (cp-elektronik.de)
Passende Schalterblende:
Zierblende für Multiswitch Encoder (cp-elektronik.de)

Jetzt steht meinem nächsten Projekt nichts mehr im Wege.
Aber erstmal muss der Dampf-Schlepper fertig werden und vom Stapel laufen…
Das nächste mal kommen wieder neue Bilder von der Glasgow.


Wer gut schmiert…

… der gut Fährt.
Bevor ich die Führungsrohre für die Schaufelradwelle eingebaut habe, hatte ich zwei senkrechte Rohre zum Abschmieren der Welle angelötet und die Führungsrohre durchbohrt. Abgeschmiert wird mit Umweltfreundlichem Wellenfett (100% biologisch abbaubar und nicht Gewässer gefährdend) aus dem Hause Krick (Best. ro5557).
Dieses Fett habe ich in eine Spritze aufgezogen und dann mit einem Silikonschlauch auf die Abschmiervorrichtung gesteckt. Dann wird so lange auf den Kolben der Spritze gedrückt bis das Fett an der Welle sichtbar wird.

Ankerwinde

Im Beschlagsatz ist auch die Ankerwinde enthalten. Der Zusammenbau ist schnell geschehen und mit ein paar farblichen Akzenten versehen, macht das Teil auch einen guten Eindruck.
Für die Anker habe ich noch Auflagen aus Holz gefertigt und diese mit Tauen befestigt. Laut Bauplan wäre einfach ein „liebloser“ Drahtbügel am Ankerstiel montiert worden. Nun entspricht es mehr dem Original.

Rettungsboote

Graupner hatte nur ein Rettungsboot vorgesehen, welches achtern auf der Backbord-Seite hängen sollte. Da ich das Glück hatte, dass mein Bausatz zwei Beiboot-Schiffsrümpfe enthielt, konnte ich es wie im Original umsetzen und diese hinten auf den Radhäusern positionieren. Versehen wurden sie noch mit einigen Details wie die seitlichen Halteleinen. Ein Boot ist offen und das Andere durch eine Persenning abgedeckt. Die Persenning wurde aus einem Rest KFZ-Klebefolie hergestellt.

Tattoo

Die englischen Steam Paddle Tugs haben oft Verzierungen am Bug. Das wollte ich im Modell auch haben. Leider zum Aufmalen viel zu filigran und gelbe Farbe deckt auch nicht besonders gut. Auf einem alten Museumsbild der Reliant war das Motiv besonders gut zu erkennen. Ich habe den Teil des Bildes mit dem Computer nachbearbeitet und dann mit dem Tintenstrahldrucker ausgedruckt. Danach mit Klarlack, wasserfest lackiert und mit der kleinen Schere, vom Schweizer Taschenmesser, ausgeschnitten. Aufgeklebt wurde es mit Sprühkleber, dort wo die Ankerkette später aus dem Rumpf kommen wird.

Dampf ablassen

Nun ist auch der Schornstein fertig. Lange habe ich überlegt wie er werden soll. Graupner sah einen schwarzen Schornstein mit einem roten Ring vor, das fand ich etwas langweilig. Bei meinen Recherchen, fand ich heraus dass die Farbgebung der Schornsteine kein Zufall war. Jeder Schiffseigner oder auch Beteiligungs-Gemeinschaft eines Schiffes hatte seine eigene Farbgebung.
So konnte man schon von weitem sehen wer die Besitzer des Schiffes waren.
Bei der Farbgebung, habe ich mich an den Farben meins Heimat-Städtchen orientiert, schwarz/gelb.
Ich habe zusätzlich zu den zwei Ringen am Schornstein noch einen dritten hergestellt und diese gelb lackiert. Nur wie lackiert man Ringe? Meine Frau hatte eine super Idee mit Papier-Pylonen. Das hat super funktioniert.
Im Internet habe ich mir noch das Heimat-Wappen besorgt und in der richtigen Größe ausgedruckt. Aus Aluminium habe ich eine Unterlage, in Form des Wappens gefertigt und so gebogen, dass es mit hitzebeständigem Silikonkleber befestigt werden konnte. Das Wappen wurde noch mit Klarlack lackiert, damit der Druck Wasserfest ist.

Es werde Licht…

Die Positionslampen wurden nicht außen an den Radkästen montiert sondern, ähnlich wie beim Original, am Aufbau. Versehen wurden sie mit einer grünen und einer roten 12Volt Miniatur-Glühbirne.

Was für eine Pfeife

Ein Dampfschiff braucht auch eine richtige Dampfpfeife.
Leider ist unter der Lochblech-Abdeckung, auf welcher der Schornstein montiert wird, nicht viel Platz.
Beide Wilesco-Dampfpfeifen sind zu lang, wenn sie auf den Kessel geschraubt werden. Daher habe ich mir eine liegende Einbaulage überlegt, bei der die Pfeife über einen Micro-Servo angesteuert wird.
Dafür habe ich einen Monometer-Sockel (Art. 01531) und eine Dampfpfeife (M 6×1 mit Kettenzug) bei Peters Drehscheibe auf Ebay bestellt.
Da das Bohrloch für das Manometer nur M5 ist, musste ich dieses aufbohren und ein M6 Gewinde schneiden.
Beim ersten Test brachte die Pfeife nur ein heiseres Röcheln hervor.
Ursache: Die Bohrung für den Dampf, im Monometer-Sockel, war nur 2mm. Diese Dampfpfeife hat aber eine Bohrung von 2,5mm. Ich habe alles wieder zerlegt die Bohrung auf 2,5mm vergrößert und siehe da es funktioniert 😊
Durch die 2mm Bohrung kam also nicht schnell genug Dampf nach, daher nur das heisere Röcheln.
Nun pfeift die Dampfpfeife sehr schön und laut.

Kostprobe gefällig?