Nicht die Zähne ausbeißen

Über meine Webseite bekam ich eine Anfrage von Peter & Joel, die den Graupner Zahnradsatz 1048 suchen. Allerdings ist dieser schon lange nicht mehr zu bekommen. Ab und zu taucht mal einer bei Ebay auf, aber da muss man schnell sein…

Als ich die Umschaltung für den Hybrid-Antrieb entwickelte benötigte ich auch ein Zahnrad mit 13 Zähnen. Bei meinen Recherchen stieß ich auf die Firma „Zipperle Antriebstechnik“ (zipperle-antriebstechnik.de) welche, zum günstigen Preis und in kleinen Mengen, alle möglichen Zahnräder herstellen kann. Sogar Sonderwünsche sind möglich.

Mann muss allerdings das richtige „Modul“ (Modul (Zahnrad) – Wikipedia) des Zahnrades bei der Bestellung mit angeben, damit die Zähne auch perfekt in einander greifen.
Das Modul war gar nicht so einfach zu ermitteln, da Graupner hier sein eigenes „Süppchen kochte“. Das Norm-Modul 1,25 kommt dem „Graupner-Modul“ am nächsten und passt sehr gut.
Als Material hatte ich „Polyketon“ gewählt, welches Temperaturen bis max. 220 Grad aushalten kann. Das funktioniert super. Zahnräder (PK), Modul 1,25 )
Das kleine Zahnrad mit 13 Zähnen ist mit einer 5mm Bohrung versehen, in welches ich die Messing-Anschlussbuchse von Krick (r 5,2mm Art. Nr. 64009) eingepresst habe.  
Allerdings hat beim Graupner Zahnradsatz 1048, das große Zahnrad 39 Zähne (r 50,2mm). Beim genormten Modul gibt es aber nur 38 Zähne (r 50mm) oder 40 Zähne (r 52,2mm). Außerdem haben die großen Zipperle-Zahnräder eine 8mm Bohrung.
Da mir keine so große Messing-Anschlussbuchse bekannt ist, könnte ich mir vorstellen, dass man z.B. ein Stirnzahnrad mit Radius 8,5mm Zweckentfremdet und dessen Antriebszähne in das 8mm Loch einpresst, um das große 38Zähne-Zahnrad sicher auf der Welle befestigen zu können, z.B. von Conrad (Stirnzahnrad Bohrungs-Ø: 4 mm)

Die 4mm Achse aus Metall kann man von Fischertechnik verwenden und entsprechend kürzen.
Als Lager und zur Arretierung verwendet man 4mm Stellringe, (Stellringe – conrad.de) welche vor dem Einschieben der Achse mit einem Tropfen Öl versehen werden.

Falls jemand ergänzende Tipps hat dann schreib mir bitte per Mail.

Peter & Joel wünsche ich viel Spaß und gutes Gelingen beim Bau ihrer Glasgow. Schickt mal ein paar Bilder vom Baufortschritt…

Vorbereitungen für die Taufe

Eine richtige Schiffstaufe muss gut vorbereitet sein. Da man am Rumpf des Modellbootes keine Piccolo-Flasche zerschellen lassen kann, musste eine andere Lösung gefunden werden. Im Kinder-Kaufladen-Fundus fand ich eine Milchflasche, welche kurzer Hand zur Sektflasche umfunktioniert wurde.
Nun steht der Schiffstaufe nichts mehr im Wege. Soviel sei schon mal verraten, Glasgow wird der Hybrid-Schaufelrad-Dampfer nicht heißen…

Kajüte Achterdeck

Die Kajüte auf dem Achterdeck habe ich auch umgestaltet. Die Graupner-Version fand ich etwas zu einfach und zu klein. Daher habe ich mir verschiedene Bilder von alten Hafenschleppern angesehen und mich für diese Version entschieden.

Klappe halten und Tür zu!

Schon zu Beginn der Bauphase habe ich zusätzliche Öffnungen für die Lenzklappen und die Türen, welche den Zugang zu den Radhaus-Decks ermöglichen, aus dem Rumpf ausgeschnitten.
Mir war allerdings nicht klar, wie die Türen geöffnet werden sollten, da ja ein Stück der Reling oben auf der Tür ist. Im Bauplan der Strongbow wurde dies dadurch gelöst, dass die Tür innen angeschlagen wurde und nach innen aufging. Wie ich auf alten Fotos erkennen konnte, gingen die Türen aber immer nach außen auf.
Also entschied ich mich dafür, einen 45 Grad Winkel an Tür und Reling anzubringen, um die Türe wenigsten halb öffnen zu können.
Das Ergebnis gefiel mir allerdings überhaupt nicht!
Also einen Abend verbracht und alte Fotos von Steam Paddle Tugs auf http://www.tynetugs.co.uk/ durchsucht. Und dann hatte ich irgendwann des Rätsels Lösung.
Im Original wurde einfach der Teil der Reling, welcher sich über der Tür befindet, nach hinten umgeklappt und schon konnte man die Tür nach außen öffnen.
Da ich jetzt aber schon die 45 Grad-Ausschnitte in der Reling hatte, musst ich dies wieder rückgängig machen. Damit es eine exakte Schnittkante gab, an welche ich ein neues Stück Reling ansetzen konnte, klebte ich die Schnittstelle vor dem Schneiden mit Maler-Kreppband ab.
Die Reparatur-Stelle sieht man kaum, aber es sieht jetzt viel, viel besser aus als vorher und entspricht dem Original.
Als Scharniere habe ich die Miniaturscharniere von der Firma www.aero-naut.de (4 x 14mm Art. Nr. 7809/01) verwendet, welche voll funktionsfähig sind. Gehalten werden die Scharniere mit Sekundenkleber.

Davit

Der Davit ist eine Aussetzvorrichtung für Boote oder auch große Anker, welche sich an Deck befinden.

Eine ganze Zeit habe ich darüber nachgedacht, wie ich die Davits für die Beiboote positionieren könnte. Zum einen sollte es so original wie möglich sein, aber auch funktional. Die Radhäuser sollten abnehmbar bleiben, für das Abschmieren oder Wartungsarbeiten.
Ich habe die Davits mit Messingrohren verlängert. Da die originale Biegung zu eng war, ich aber die schlank auslaufenden Rohre behalten wollte, habe ich den Biegeradius verändert. Hierzu habe ich die Arme vorsichtig zurück gebogen und dann mit dem Biegewerkzeug den Radius so angepasst, dass die Flaschenzüge welche die Rettungsboote anheben, möglichst gerade hängen. Die Flaschenzüge habe ich mit einem zusätzliche Loch versehen, so dass sie auch wirklich funktionieren.

Feuer & Wasser

Eigentlich geht es ja in meinem Blog um Dampf. Aber da der Dampf ja mittels Feuer unter dem Kessel erzeugt wird, war mein nächstes Modellboot-Projekt naheliegend.

In meiner Kindheit brachte die Firma Robbe, in den 80er Jahren, das Feuerlöschboot „Düsseldorf“ auf den Markt. Das war damals das „Hammer-Modell“ schlechthin, da man es so richtig mit Sonderfunktionen voll stopfen konnte. Außerdem hat es ein sehr schönes Fahrbild und war mit den 4 Rudern, nicht nur sehr cool, sondern auch sehr wendig.
Ich hatte vor kurzem das Glück, dass ich einen originalen Bausatz mit dem roten Rumpf und alle anderen, notwendigen Teile in der Bucht ergattern konnte. Sogar originale Elektronikbausteine für Licht und Ton aus den 80er Jahren waren noch zu bekommen. Der Sound ist einfach klasse und nicht so perfekt wie heutzutage.
Seinerzeit gab es von Graupner ein Nautic-Modul, mit dem man diverse Fernsteuerungen erweitern konnte. So konnte man die verschiedenen Sonderfunktionen der Schiffe einzeln schalten. Diese Encoder/ Decoder sind zwar heute noch zu bekommen, aber sehr rar und daher meist sehr teuer.
Bei meiner Suche bin ich auf die Firma CP-Elektronik gestoßen. Diese bietet einen 16Kanal Multiswitch Encoder und Decoder, als Bausatz oder fertig montiert, an. Und das Ganze unter 100Euro! Diese Multiswitch-Lösung funktioniert perfekt und ist von sehr hoher Qualität!
Link zum Decoder:
Multiswitch Decoder | Nautic Modul | 16 Kanäle (cp-elektronik.de)
Link zum Encoder:
Multiswitch Encoder: Nautic Modul für Graupner Sender (cp-elektronik.de)
Passende Schalterblende:
Zierblende für Multiswitch Encoder (cp-elektronik.de)

Jetzt steht meinem nächsten Projekt nichts mehr im Wege.
Aber erstmal muss der Dampf-Schlepper fertig werden und vom Stapel laufen…
Das nächste mal kommen wieder neue Bilder von der Glasgow.


Wer gut schmiert…

… der gut Fährt.
Bevor ich die Führungsrohre für die Schaufelradwelle eingebaut habe, hatte ich zwei senkrechte Rohre zum Abschmieren der Welle angelötet und die Führungsrohre durchbohrt. Abgeschmiert wird mit Umweltfreundlichem Wellenfett (100% biologisch abbaubar und nicht Gewässer gefährdend) aus dem Hause Krick (Best. ro5557).
Dieses Fett habe ich in eine Spritze aufgezogen und dann mit einem Silikonschlauch auf die Abschmiervorrichtung gesteckt. Dann wird so lange auf den Kolben der Spritze gedrückt bis das Fett an der Welle sichtbar wird.